Gemeindepartnerschaft mit Sankt Peter in Bangladesch

Zur Geschichte und dem aktuellen Stand unserer Gemeindepartnerschaft St. Peter in Bangladesch.

Kirche anderswo - warum gerade in Bangladesch?

Vor etwa 10 Jahren empfahl unsere Diözese, Partnerschaften mit Kirchengemeinden in armen Ländern zu entwickeln. Diesem Vorschlag wollte unsere Gemeinde entsprechen mit dem Ziel, einen echten Austausch mit der Kirche anderswo zu organisieren und nicht nur finanzielle Unterstützung zu leisten. 
Bereits bestehende Kontakte mit dem Sekretär der Bischofskonferenz in Bangladesch, Pater Tapan, legten es nahe, eine Kirchengemeinde in Bangladesch als Partner zu gewinnen. So wurden die ersten Kontakte geknüpft mit einer neugegründeten Gemeinde im Norden von Bangladesch. 
Dort war gerade der rührige und weltgewandte Priester Simon Hacha vom Bischof der Diözese Mymensingh, Paul Kubi Ponen, als Pfarrer der neuen Gemeinde St. Peter in Dhakua eingesetzt worden. Nicht unähnlich unserer Pfarrei Heilig Kreuz, besteht die Gemeinde Dhakua (nicht zu verwechseln mit Dhaka, der Hauptstadt des 160 Millionen Landes) aus 13 weit auseinanderliegenden Ortsteilen und kleinen Weilern, in denen die ethnische Gruppe der Mandi und Naro als Katholiken inmitten einer muslimischen Umgebung lebt.

Bildung ist auch in Bangladesch eine der Voraussetzungen für den Weg aus der Armut. Der neue Gemeindepfarrer machte die Schulbildung der Kinder zu seiner Hauptaufgabe. Es kam schnell zu einem regen persönlichen Austausch, einschließlich eines ersten Besuchs von Pfarrer Simon in Birkenfeld im Jahr 2011.
Mitglieder unserer Gemeinde unterstützten zuerst den Bau einer bescheidenen Schulunterkunft für arme Mädchen („girls hostel“) und danach und bis heute als Paten die Stipendien von SchülerInnen der Grund- und Hauptschule aus armen Familien, die aufgrund der Entfernung zur Schule sonst keine Chance hätten die Schule regelmäßig zu besuchen.
Mehrere unserer Gemeindemitglieder haben wertvolle persönliche Begegnungen während Besuchen in der Partnergemeinde erleben dürfen. Die sehr bescheidenen Unterbringungsmöglichkeiten im Pfarrhaus und die schlechte Infrastruktur des Landes treten völlig in den Hintergrund angesichts der überschwänglich herzlichen Gastlichkeit der dortigen Katholiken.
Bischof Ponen Kubi war mehrere Male in Birkenfeld, auf dem Weg nach Rom oder von dort zurück. Der schon erwähnte Pater Tapan, zwei weitere junger Pfarrer von Sankt Peter und von der Diözesanleitung, und auch Pfarrer Simon haben uns in Birkenfeld besucht in den letzten Jahren. Während gemeinsamer Gottesdienste und Veranstaltungen hatte unsere Gemeinde die Möglichkeit sich direkt zu informieren und mit unseren äußerst offenen und sympathischen Partnern aus Bangladesch zu reden.
Inzwischen gehen die ersten Schuljahrgänge nach erfolgreichem Schulabschluss in weiterführende und berufsbildende Schulen. Dies ist mit Prüfungsgebühren und anderen Kosten verbunden, die wir seit 2017 für einige arme Studenten aus Spenden und Patenschaften finanzieren. Katholische Organisationen aus Spanien haben ein Internatsgebäude für Jungen (‚boys hostel‘) finanziert.

Seit 2016 wird die Schule unserer Partnergemeinde  St. Peter auch über ein Projekt des Kindermissionswerks in Aachen unterstützt. Zu diesem Zweck hatte der Kirchengemeinderat im Februar 2015 beschlossen, 50% der Sternsinger Spenden diesem Projekt zu widmen. Das Projekt haben wir zusammen mit Pfarrer Simon entwickelt. Dazu war auch ein Besuch vor Ort im November 2015 sehr hilfreich.
Waren es 2015 noch 26 SchülerInnen, die wir unterstützten, ist die Anzahl inzwischen auf 41 angestiegen in 2019 (23 Jungs und 18 Mädchen). Das Sternsinger finanzierte Projekt macht es möglich die größere Anzahl zu finanzieren, sowie zusätzliche Leistungen für alle der insgesamt 400 Schüler der von St. Peter unterhaltenen Schule bereitzustellen. Dazu gehören u.a. ein vierteljähriger Gesundheitscheck und die freie Verteilung von erforderlichen Medikamenten durch Fachkräfte, sowie die Fortbildung der Lehrer.

Wichtig für die Partnerschaft ist auch die geistliche Verbindung zwischen den Partnergemeinden, wie sie sich im Gebet, im gegenseitigen Austausch und in der solidarischen Hilfe den Ärmsten gegenüber ausdrückt.
Für uns als wohlhabende Kirche ist die Partnerschaft mit einer armen Gemeinde in Bangladesch ein wichtiger Austausch und der gelebte Beweis, dass wir einer weltweiten Kirche angehören, deren Gemeinden sich solidarisch begegnen und füreinander beten.
(Peter Fedon)